New York Marathon 2008

Nach 4 Jahren nur an der Strecke war ich auf einmal wieder mitten drin im Marathonfieber. Danke Carsten, dass ich noch einmal Marathon laufen durfte!

Meinen letzten Marathon lief ich im Jahre 2004 in Berlin. Damals war es mein Abschiedsrennen einer erfolgreichen Karriere mit vielen Titeln und Medaillen bei nationalen und internationalen Meisterschaften. Diesmal konnte ich alles viel ruhiger angehen lassen und musste keinem mehr etwas beweisen. Es war ein super Erlebnis für mich, auch deshalb weil ich es nicht als Profiläuferin sondern als eine unter Vielen erlebt habe. Früher durfte ich 2 Minuten bevor der Startschuss fiel von vorn an die Startlinie gehen (Eliteläuferbonus sozusagen), aber diesmal waren 3 Stunden warten bei 2 Grad und kaltem Wind angesagt.

Um 5:45 Uhr wurden wir bereits vom Hotel zum Start gefahren. 6:30 Uhr im Startbereich angekommen, fanden wir alles was das Warten erleichtern sollte. Von Unmengen an Dixitoiletten, Powerbarständen mit Riegeln, heißem Tee & Kaffee bis zum Bagelstand. Für unser Wohl war gesorgt…! Selbst ein ruhiges Plätzchen ließ sich problemlos finden. Da ich meinen Kleiderschrank entrümpelt hatte, musste ich in der Zeit bis zum Start auch nicht frieren. 3 Jacken, 2 Pullover und 2 Hosen fanden sicherlich neue Besitzer.

Der erste von 3 Starts erfolgte um 9:40 Uhr. Ich war froh nicht noch länger warten zu müssen. Wir wurden zur Startlinie geführt und nach einer kurzen Ansprache wurde das Lied „New York, New York“ gespielt. Endlich ging es los. Nach ca.40 Sekunden überquerte ich die Startlinie und der lange Anstieg auf den Gipfel der Verrazano-Narrows Bridge begann. Ich schaffte es sogar am Anfang nicht zu überpacen, obwohl ich mit großer Sicherheit ein Hindernis für die Meute hinter mir war. Die erste Meile lief ich in 8:18 Minuten (5:11 Minuten/km). Zu meiner Überraschung konnte ich mitten im Feld sogar meinen Schritt laufen und kam immer besser ins Rollen. Langsam fing es an Spaß zu machen …, was bei meiner Marathonvorbereitung mit nur einem längeren Lauf von 25 Kilometern nicht wirklich zu erwarten war.

Da ich wusste, dass unser Fanblock nach Meile 11 zu finden ist, lief ich immer auf der rechten Seite um ihn auch nicht zu verpassen. Bis kurz vor Meile 12 musste ich warten, aber dann sah ich endlich die Schlachtenbummler aus Berlin. Da ich bis hier das Rennen genoss, konnte ich ihnen entspannt zujubeln. Langsam näherte ich mich dem Halbmarathon und nach 1:40:42 Std. war die Hälfte geschafft.

 

Leider ging es danach nicht mehr so locker weiter. Mein Magen machte Probleme und das nächste Toilettenhäuschen an der Strecke war das Meine. Ich habe das eiskalte Wasser von den Getränkestellen nicht vertragen, obwohl ich zum Trinken extra stehen geblieben bin und das Wasser in kleinen Schlucken zu mir genommen habe. Den Amerikanern kann so etwas natürlich nicht passieren, da diese wie ja bekannt ist, immer mehr Eiswürfel als Flüssigkeit in ihrem Getränk haben. Nach dem unfreiwilligen Boxenstop nahm ich wieder das Tempo auf und es ging weiter über zahlreiche Brücken und eine endlos lange 1st Avenue.

Dass ein Marathon immer seine eigenen Gesetze hat, sollte ich natürlich auch diesmal erfahren. Genau am Schild „Meile 17“ bekam ich ein Ziehen in der linken Kniekehle. Ich konnte nicht mehr laufen! 17 Meilen in den Knochen und man konnte das Ziel doch schon fast riechen. Aufgeben kam für mich nicht in Frage. Ich massierte, dehnte und trabte schließlich weiter. Sobald ich aber schneller wurde meldete sich der Schmerz wieder. Also alles noch einmal von vorn - massieren, dehnen und lange traben. Ich kam mir vor als mache ich Trabpause zwischen Tempoläufen, nur hatte ich diesmal viele Trainingspartner. Nachdem der Schmerz besiegt war, fand ich nicht mehr in meinen Laufrhythmus und meine Beine wurden müder und müder.

Die 1st Avenue wollte und wollte nicht enden und ich merkte langsam, dass meine Marathonvorbereitung doch nicht nach Lehrbuch verlaufen war. Aber meine Wade hat gehalten und dies war das Wichtigste! So langsam näherte ich mich dem Central Park und damit auch dem Ziel. Da der New York Marathon sehr viel profilierter ist als die meisten anderen Stadtmarathons, sollten die Läufer dies auch bis zum letzten Meter zu spüren bekommen. Nach Kilometer 40 ging es gefühlt nur noch bergauf, meine Kräfte schwanden sichtlich und ich schleppte mich Meter um Meter in Richtung Ziel. Als der Columbus Circle erreicht war und nur noch wenige Meter zu laufen waren, genoss ich die letzten Schritte durch den Central Park. Nach 3:36:31 Stunden finishte ich in New York!

Der lange Tag endete für unsere Long Distance Reisegruppe am Abend mit einem gemeinsamen Essen beim Mexikaner. Glückliche Läufer und Läuferinnen präsentierten stolz Ihre Finishermedaillen und man sah nur in fröhliche Gesichter. Diese Reise war ein unvergessliches Erlebnis und ich werde mich immer wieder gern daran erinnern wenn es heißt „ New York, New York“.

Eure Kathrin

 

Start Unterwegs
Avon Frauenlauf 2004
Der vorletzte Marathon Berlin 2003

Ziel

Was für eine Zeit.........!