
Laufbericht 2008! Lauf zwischen den Meeren- das etwas andere Rennen! 91,1 km auf 10 Etappen verteilt von Husum, der grauen Stadt am Meer, nach Damp an der Ostsee. Nach meinen tollen Erfahrungen beim Hood to coast wollte ich gleich weitermachen. Ich fragte kurz im Laufclub nach und schwupp waren wir 8. Eine Staffel braucht mindestens 5 und höchstens 10 Läufer. Die Abschnitte sind zwischen 7,4 und 11,5 km lang. Man kann die Wechselpunkte mit einem Shuttlebus erreichen, oder so wie wir es gemacht haben mit eigenen Pkws. So hat man mehr vom Wettkampf, da man alle seine Mitläufer anfeuern kann. Außerdem ist es einfacher mit der Logistik zwecks Verpflegung und Kleidertransport gerade bei schlechtem Wetter. Am Freitag früh machten wir uns auf dem Weg. Mit 2 großen Autos war das kein Problem. Der erste Teil aus Berlin heraus ist kein schön, nur Autobahn, aber irgendwann ging es dann auf die Landstraße. Natürlich haben dort alle LKWs und Traktoren auf uns gewartet. Aber wir haben mit Euch gerechnet: Wir hatten für ca. 3 Wochen Verpflegung dabei! Nach einem 10 gängigen Picknick beschlossen wir doch weiterzufahren. Schon hier hatten wir den Wettbewerb „ Bestes Carboloading“ locker gewonnen. In Damp angekommen, wurden erstmal die Balkone inspiziert. Warum lag eigentlich immer ein Zimmer zwischen unseren? Na egal wir genossen das tolle Wetter und pilgerten zur Startnummernausgabe. Aber erstmal was essen! Neben der Startnummer gab es noch ein wirklich tollen Veranstaltungs- T-Shirt mit Funktion! Und das für diesen Startpreis! Wir machten es uns vor dem Zelt gemütlich. Alle anderen Staffeln sahen und erfurchtsvoll an. Optimales auffüllen der Speicher und perfekte Höhenanpassung machte uns zu einem der Geheimfavoriten! Leider hatte Uwe zuviel Kaffee getrunken, so dass wir wenn wir gewonnen hätten disqualifiziert worden wären! Bei unserer internen Wettkampfbesprechung einigten wir uns auf eine defensive Offensivtaktik. Der offizielle Teil fand wieder im Zelt statt. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass Thomas Wessinghage nicht nur Humor hat, sondern sogar lachen kann. Das brachte uns völlig aus dem Konzept. Also schnell noch was essen und ab ins Bett. Samstag Raceday: Gegen ganz früh morgens gab es schon Frühstück. Britta hatte schon ihre Startnummer angelegt, die brauchte sie beim Buffet aber nicht. Wenn das Hotel so aussehen würde wie das Frühstück, es wäre ein echter Prachtbau á la Adlon. Start ist im hübschen Husum, der grauen Stadt am Meer wie der Sprecher ca. 150-mal betonte. Von da aus geht es durch kleine Orte entlang der Straße nach Wittbek, Hollingstedt und Dannewerk zu einem der Höhepunkte nach Jagel. Dort überquert man die Start- und Landebahn eines Militärflughafens. 3,5 km immer geradeaus das Ziel im Visier, aber ganz weit weg. Gegenwindgefahr! Klasse! Man kommt von einer kleinen Anhöhe aus auf das Gelände. Ich wusste das am Ende der Wechselpunkt war, aber irgendwie kam er nicht näher. Der Asphalt flimmerte und am Rand standen auch noch Tafeln die wahrscheinlich für die Piloten gedacht waren. Aber an abheben war nicht zu denken. Dann, ich habe schon nicht mehr damit gerechnet, mündete der Asphalt direkt in die Wechselzone. Dort, wie überall an den Punkten, gab es Wasser und viele freiwillige Helfer bemühten sich um unser Wohlergehen. Schnell 2 Liter Wasser reinlaufen lassen und mit dem Auto zum nächsten Wechselpunkt. Da ich noch einmal laufen durfte bin ich den ersten Abschnitt nur mit 100 % gelaufen, nicht wie geplant mit 95%! Aber das kannte ich vom Hood to Coast, man rennt immer zu schnell. Dann weiter über Fahrdorf, Fleckeby, Gammelby, Gut Hemmelmark und Waabs (wer kennt diese Orte nicht). Mein zweiter Abschnitt war, wie man es von Schleswig Holstein erwartet, hügelig. Ein Anstieg nach dem anderen, da konnte ich meine Jungfrau Marathon Erfahrung voll ausspielen. Ich überholte sogar noch eine Berliner Staffel. Auf dem Gutshof angekommen war ich völlig fertig, auch diese Etappe bin ich wieder mir angezogener Handbremse gelaufen, ca. 105%. Aber es hat so einen Spaß gemacht…. Vor dem Zieleinlauf sammeln sich die Teams am Hafen von Damp, um gemeinsam die letzten Meter (nicht Kilometer, liebe Tanja!) bis ins Ziel zu absolvieren. Am Rand des kleinen Hafens saßen schon einige Teams und sonnten sich. Dabei vergaßen sie nicht die Welle zu machen. Es war wir bei der Tour de France eine Riesenstimmung. Das Ziel ist direkt am Strand und wer möchte kann direkt ins Festzelt weiterlaufen um sich ein Bier zu bestellen. Dort wartet ab 20:00 Uhr eine Riesenparty! Der Reiz liegt neben der tollen Strecke im Unbekannten: Schaffen wir es rechtzeitig bis zum nächsten Wechsel (viel Verkehr an den Wechselpunkten)? Wie wird das Wetter? Gibt es genügend Flensburger im Zelt? Jaaaaaaa! Fazit: Wir kommen wieder! Sensationelle Organisation, tolle Strecke, Teamgeist und viel Party, es gibt 1000 Gründe an diesem Lauf teilzunehmen. Wir werden aber auch 2009 nicht um den Sieg mitlaufen, versprochen. Nachtrag: Sonntag früh bei wunderschönem Sonnenschein musste ich noch einen 25 km Trainingslauf machen. Der Laufclub begleitete mich in Teilstücken durch die tolle Hügellandschaft. Es gibt mehrere vermessene Strecken in Damp. Im Anschluss gab es noch ein ca. 8 stündiges Frühstück im Hotel, alleine das ist sein Geld wert. Außerdem ist nach dem Lauf vor dem Lauf und wir wollen auch 2009 die Kategorie „Bestes Carboloading“ gewinnen. Früh übt sich!
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